Pressestimmen
Konzertkritik im Fränkischen Tag vom 20.05.09
Der Mut zum Risiko hat sich gelohnt
(...)Sinn für Risiko zeichnet dieses blutjunge Vokalquintett aus dem musikalischen Stamme der Tschuschkes aus, denn wer ein Rezital mit einem so anspruchvollen Stück wie Max Regers „Er ist’s“ beginnt, muss schon davon überzeugt sein, sicher durch das Gewirr enharmonischer Verwechslungen zu finden. Das Programm ging vom schon so anspruchsvollen Reger keineswegs zu leichterer Kost über, im Gegenteil. Spätestens in Hellmut Wormsbächers Eichendorff-Vertonung „Schläft ein Lied“ und dann in den mit Sekundreibungen und Clustern arbeitenden Stücken Nystedts wurden höchste Schwierigkeitsgrade erreicht – und gemeistert!
Da mussten drei Gedichtvertonungen des Orgelromantikers Joseph Gabriel Rheinbergers wie eine Rückkehr in vertraute Gefilde wirken. Dass der ansonsten glockenreine Klang des Ensembles hier von kleinen Intonationsschwächen getrübt wurde, bilanzierte sich am Ende des Konzertes als lediglich minimaler Einwand angesichts eines bereits sehr ausgereiften, obwohl sicherlich noch weiter entfaltbaren Gesangsniveaus.
Nach der Pause erklang der Lassi-Nummi-Zyklus Einojuhani Rautavaaras. Hier zeigten die Hochfünf-Schwestern, wie souverän sie mit den haarsträubensten Harmonierückungen zurecht kommen und beeindruckten auch mit ausdrucksstarker Deklamation. (...)
Das Quintett der fünf Tschuschke-Schwestern hat sein Potential sicherlich nicht vollständig ausgereizt und lässt schon deshalb noch viel erwarten. Die erste Sopranistin dominiert mit ihrer schön timbrierten Stimme, die anderen vier ergänzen mit gewisser Zurückhaltung, jedoch insgesamt so ausgewogen, dass in der das Vokale angenehm unterstützenden Akustik der Orangerie ein niveauvoller „Hochfünf“-Abend zu genießen war.
(Martin Köhl)
Konzertkritik im Mindener Tageblatt vom 07.10.08
Homogenität mit Seltenheitswert – Fünf Schwestern betören mit Harmonik junger Meister
(...) Die Modulationsfähigkeit, der klare, natürliche und dadurch gut verständliche Sprachfluss sind die Ergebnisse profunder Ausbildung und harter Probenarbeit. Ein derartig homogener Klangkörper ist wirklich selten. Das allein macht schon ein Konzert der fünf Schwestern aus Bamberg interessant. Ihre Stimmkultur zusammen mit ihrem musikalischen Einfühlungsvermögen und einem fast völligen Verzicht auf den Einsatz des Vibratos, lassen einen warmen, ausgewogenen Gesamtklang entstehen, bei dem Zartheit und Tragkraft eine betörende Kombination eingehen. (...) Zu den überraschenden Momenten dieses Konzerts gehörte die Komposition “Mundi renovatio” des 1947 geborenen Komponisten György Orbán mit ihrer recht munteren und daher eher ungewöhnlich Rhythmik, die die Tschuschke-Schwestern mit spürbaren Vergnügen umsetzten. Bei aller Leidenschaft für die Klassiker scheinen den Fünfen doch die Arbeiten zeitgenössischer Musiker besonders am Herzen zu liegen. (Ralf Kapries)
CD-Besprechung in CLASSaktuell 2007/3
Fünf Damen, noch dazu Schwestern – das klingt nach ungewöhnlichem Marketing-Trick.(...)
Das Ensemble stellt sich auf seiner Debüt-CD mit einem weitgefassten Programm vor, das den Bogen spannt von der Renaissance über die Romantik bis hin zu selten aufgeführten zeitgenössischen Kompositionen, bei denen besonders die Werke von Orlando di Lasso, Maurice Duruflé, Franz Liszt und Petr Eben spannende Gegensätze herausstellen.
Herausragendes Merkmal des Ensembles ist ein sehr modulationsfähiger, aber immer vibratoloser Klang, mit natürlicher Sprachführung, was in der Summe zu einer faszinierenden Homogenität führt.
CD-Vorstellung im Deutschlandradio kultur am 16.06.07
im Radiofeuilleton
Man stellt sich das mit der Hausmusik ja immer ganz idyllisch vor – Vater, Mutter und Geschwister einträchtig vereint um den Flügel. Viele hoffnungsvolle Ensembles dieser Art allerdings lösen sich im familiären Gezänke auf, bevor sie richtig existierten. Nicht so in der Familie Tschuschke: fünf Schwestern, geboren zwischen 1976 und 1986 sangen schon als kleine Mädchen auf Familienfesten.
Jetzt haben sie eine CD veröffentlicht. (...) Darauf reisen die Fünf in 19 geistlichen Liedern und Madrigalen durch die Jahrhunderte. (...) Ganz alt und neu stehen also nebeneinander und einander gegenüber. Ein bisschen schade ist es da, dass der Gesang der fünf Schwestern immer ein bisschen gleich bleibend klingt, immer auch die gleiche kopfige Stimmgebung bietet. Das liegt sicher daran, dass die Schwestern hochfuenf zwar immer gesungen haben, auch Gesangsunterricht nehmen; aber eben keine professionellen Sängerinnen sind.
Den Charme dieser Aufnahme macht dafür aber die besondere Homogenität des Gesangs aus. Der kommt hörbar aus einer Familie – und das hat man ja auch nicht alle Tage!
CD-Vorstellung im SWR 2 am 19.06.07
in der Sendung SWR 2 am Morgen
CD-Vorstellung im Hessischen Rundfunk 2 am 19.05.07
in der Sendung Mikado special
Konzertkritik im Göttinger Tageblatt vom 04.11.06
Hold wie Baisergebäck – „schwesterhochfuenf“ in St. Marien
(...) Die Schwestern schultern sogar gemäßigt Modernes, nämlich Petr Eben, György Orbán oder Maurice Duruflé, das ist zu loben. Sie sangen Liszt, das „Ave Maria“, auch das funktionierte, so als haben sie es schon an der Wiege gesungen bekommen.
Die Stimmen klingen frisch und fragil, das Timbre ist knabenhaft leicht, die fünf phrasieren mit, versteht sich, anmutig-ungelenker Sensibilität, die Soprane zeigen flutenden Vortrag, wo es um etwas geht.
Man sagt nicht Schlimmes: Die Schwestern singen schön, beim Interpretieren bedarf’s noch des Zuwachses. Schütz‘ „Kleine geistliche Kantaten“ faszinierten, sie schwebten hold wie Baisergebäck.
(Thomas Röllig)
